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Was ist zu tun, wenn die Schweißnaht reißt oder rissig wird?

Alles über Schweißmaschinen
18.03.2025

Reißt Ihre Schweißnaht oder entstehen Risse? Erfahren Sie die häufigsten Ursachen für Schweißnahtschäden und praktische Tipps, wie Sie diese vermeiden können.

Ein Schweißnaht, die nach dem Abkühlen reißt oder sich bereits während des Schweißens löst, ist für jeden Schweißer ein frustrierendes Problem. Es geht dabei nicht nur um die Optik – Risse verringern die Festigkeit und Zuverlässigkeit der Verbindung erheblich und können in einigen Fällen die Sicherheit der gesamten Konstruktion gefährden. In diesem Artikel zeigen wir die häufigsten Ursachen für Risse in Schweißnähten und bewährte Lösungen zur Vermeidung.

⛔️ Ungeeignetes Zusatzmaterial oder falsche Methode

  • Problem: Falsches Zusatzmaterial oder ungeeigneter Elektroden-/Drahttyp für das jeweilige Metall.
  • Lösung: Prüfen Sie, ob das Zusatzmaterial mit dem Grundmaterial kompatibel ist. Bei hochfestem Stahl müssen spezielle Elektroden verwendet werden. Für Aluminium ist der richtige TIG-Draht entscheidend (z. B. ER4045, ER5356).

⛔️ Falsche Einstellung von Stromstärke und Geschwindigkeit

  • Problem: Zu hoher oder zu niedriger Strom führt zu Überhitzung oder schlechter Durchdringung. Eine zu schnelle Führung der Brenners erzeugt unsaubere Nähte.
  • Lösung: Überprüfen Sie die Einstellungen für Strom, Spannung und Drahtvorschub. Die Naht sollte gleichmäßig und ohne Risse in den Übergangsbereichen sein.

⛔️ Ungeeignete Schweißnahtgeometrie (z. B. scharfe Wurzel, zu geringe Überlappung)

  • Problem: Hohe Spannungskonzentrationen an scharfen Übergängen führen zu Rissen.
  • Lösung: Vergrößern Sie den Wurzelspalt und verbessern Sie die Nahtvorbereitung (z. B. durch größere Fasen). Verwenden Sie mehrere Schweißlagen anstelle eines dicken Schweißgangs.

⛔️ Unzureichende Vorwärmung und schnelles Abkühlen

  • Problem: Thermoschock, insbesondere beim Schweißen von harten oder dicken Materialien (Gusseisen, hochfester Stahl).
  • Lösung: Vorwärmen des Grundmaterials (z. B. 100–300 °C je nach Stahltyp).
  • Langsames Abkühlen nach dem Schweißen (z. B. mit Decke abdecken oder im Ofen).
  • Vermeiden Sie Zugluft und Feuchtigkeit beim Abkühlen.

⛔️ Verunreinigung des Schweißbereichs

  • Problem: Öl, Rost, Farbe, Feuchtigkeit oder andere Verunreinigungen beeinträchtigen die Schweißqualität.
  • Lösung: Gründliche Reinigung des Materials vor dem Schweißen (Schleifen, Entfetten, Oxidentfernung).
  • Beim TIG/MIG-Schweißen auf sauberes Schutzgas und saubere Filter achten.

⛔️ Falsches Schutzgas oder zu geringer Gasfluss

  • Problem: Unzureichende Schutzgasabdeckung führt zu Oxidation und Porosität, was Risse verursacht.
  • Lösung: Erhöhen Sie den Gasfluss (z. B. 10–12 l/min für MIG). Prüfen Sie Düsen und Gasleitungen auf Sauberkeit. Vermeiden Sie Zugluft – das Schutzgas kann verweht werden und die Schweißnaht bleibt ungeschützt.

⛔️ Ungeeignete Metallkombinationen

  • Problem: Unterschiedliche Ausdehnung, Härte oder Struktur (z. B. Kupfer + Stahl) führen zu Mikrorissen.
  • Lösung: Verwenden Sie spezielle Techniken (Zwischenschichten, kompatible Legierungen). Wählen Sie nach Möglichkeit homogeneres Material.

⁉️ Was tun, wenn die Schweißnaht bereits gerissen ist?

  1. Schweißen sofort stoppen. Fortsetzen könnte den Schaden verschlimmern.
  2. Schleifen Sie die beschädigte Schweißnaht komplett heraus, inklusive 10–20 mm Umgebung.
  3. Erneut schweißen mit korrekten Einstellungen und Bedingungen.
  4. Prüfen Sie die Verbindung visuell oder mit NDT (z. B. Farbeindringprüfung oder Ultraschall).
  5. Bei wiederholten Rissen wenden Sie sich an einen Werkstoffexperten oder Schweißtechniker.

🔄 Fazit

Risse oder Brüche in der Schweißnaht sind nicht nur technische Probleme – sie weisen oft auf eine Kombination von Fehlern hin: falsche Parameter, ungeeignete Werkstoffe, mangelhafte Vorbereitung oder Technik. Eine gründliche Analyse und saubere Arbeitsumgebung sind die beste Prävention. Bei Unsicherheiten sollte immer ein Fachmann konsultiert werden.